Freitag, 6. Mai 2011 17:25
Zugegeben, ich war skeptisch – sehr skeptisch ob ein Amazon Kindle wirklich etwas für mich ist, geschweige denn ob die Versprechungen (Laufzeit, Lesbarkeit an der Sonne, Handlichkeit etc.) auch nur ansatzweise eingehalten werden. Da kam es gerade Recht, dass Amazon Ende April 2011 den deutschen Kindle Store eröffnete und auf einen Schlag rund 25.000 deutsche Bücher, einige Zeitschriften & Zeitungen verfügbar waren. Mit dem Wissen, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika mittlerweile mehr eBooks als gedruckte Bücher bei Amazon verkauft werden, wollte ich es natürlich unbedingt auch mal ausprobieren.
Da mein Sommerurlaub naht und Erinnerungen an die letzte Bücherschlacht von Mallorca und fast vergebliche Suche nach neuem Material auf Mallorca erwachten, bestellte ich mir kurzerhand den Kindle im deutschen Amazon-Shop. Über die Preispolitik (US Dollar = Euro!!) möchte ich mich nicht auslassen, sonst schicke ich das Ding doch noch zurück! Amazon-typisch verlief der Versand in Rekordtempo und so konnte ich den Kindle schnell in Betrieb nehmen.
In Betrieb nehmen heißt hier: Anschalten – läuft – fertig!
In Zeiten von telefonierenden Tablets, internetfähige 3D Fernseher und sonstigem Spaß, wirkt das Kindle ja fast banal und rudimentär ausgestattet. Klar, das Kindle hat eine Hardware-Tastatur, ein 6 Zoll Touch-Display und hat auch 4GB Speicher – aber hier fängt es ja gerade an: Das Display ist eben kein Touchdisplay, sondern ein E Ink Display das vor allem eines kann: Typo und einfache Grafiken in 16 Graufstufen darstellen. Und das ist die einzige Kernfunktion des Kindles und meiner Meinung nach löst der Kindle das perfekt. Ich war baff, als ich den ersten Text auf dem Display gelesen habe. Ob man am Kindle liest oder gedruckte Buchstaben in einem Buch: Es gibt keinen Unterschied!
Für mich gibt es drei zentrale Argumente für das Kindle, die zum Kauf anregten:
1. Man hat jederzeit Zugriff auf seine Bücher und muss nicht 2kg Bücher im Reisegepäck einplanen
2. Durch den Kindle Store hat man fast jederzeit Zugriff auf neue Bücher (mit der 3G Version zumindest)
3. Der Kindle soll auch an der Sonne super zu lesen sein
Das Amazon mit dem Kindle Store die ersten beiden Punkte sehr gut befriedigen kann, war für mich zu erwarten. Aber beim dritten Punkt war ich wirklich skeptisch. Handy, Smartphone, Tablet mit glänzenden Bildschirmen sind im Sommer extrem nervig, weil man kaum noch was erkennen kann. Den Mehrwert eines matten Displays möchte ich z.B. auf meinem Notebook nicht mehr vermissen. Und was soll ich sagen: Das Kindle lässt sich in der Sonne schlicht und ergreifend super lesen. Man muss nicht die Augen zusammenkneifen um irgendwelche Reflexionen auszugleichen, sondern kann schlicht und ergreifend entspannt im Garten (und ich bald am Strand) lesen.

Alles in allem: Obwohl man zum Kindle extrem viel positives im Vorfeld gelesen hat; war ich wirklich skeptisch. Aber die Hardware, das Gewicht, das Handling, vor allem das Display und die die gesamte Verarbeitung konnten mich wirklich positiv überraschen. Offensichtlich ist es Amazon gelungen ein Stück Hardware zu kreiieren, dass nicht möglichst viele Funktionen fast perfekt beherrscht, sondern vor allem eine Funktion wirklich perfekt umsetzen kann.
Glückwunsch Amazon!
Natürlich ist ein Stück gute Hardware heute bei weitem nicht alles – im Gegenteil: Die Software bzw. das Betriebssystem selbst spielt heute eine immens große Rolle für den Gesamterfolg. Nokia kann ein Klagelied davon singen: Die meisten Handys & Smartphones von Nokia haben an sich eine tolle Hardware, aber Nokia hat in den letzten Jahren den Anschluss an iOs & Android verpasst und kommt mittlerweile kaum hinterher. Das Betriebssystem vom Kindle spielt hier weniger eine Rolle: Es ist unscheinbar, war für mich leicht zu verstehen und hat nur die notwendigsten Funktionen überhaupt.
Das Herz des Kindles sind aber die eBooks und verfügbaren Inhalte, aber dazu komme ich in einem späteren Beitrag noch!