Beiträge vom Dezember, 2010

Wikileaks – wie viel Transparenz verträgt die Menschheit?

Donnerstag, 9. Dezember 2010 22:15

Die ganze Debatte und Aktionen rund um Wikileaks nehmen gerade Ausmaße an, die man sich vor kurzem noch nur in einem Science-Fiction-Film vorstellen konnte (oder wollte).Verrückte Welt, neue Welt!?! Ich bin gespannt, wann es die erste Verfilmung von Wikileaks-Gate geben wird!

Mir geht es gerade aber nicht um die Frage, ob es richtig ist was Wikileaks bietet oder ob es richtig ist, wie das Web reagiert – sondern viel mehr stelle ich mir die Frage, wie viel Transparenz benötigt die Menschheit eigentlich? Möchte man alles wissen, was man bei Wikileaks findet? Ich weiß, man kann die Augen auch vor der Realität verschließen, Scheuklappen aufsetzen und so weiter, das wäre sicher das andere Extrem – aber wie viel Transparenz benötigt die Menschheit wirklich?!

Gute Frage? Wer hat eine Antwort?

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Chrome OS: Synchrone Daten, überall greifbar, einfach online?!

Mittwoch, 8. Dezember 2010 21:21

Ich habe ja neulich schon über Apps als Zwischenschritt in der Evolution geschrieben und nun demonstriert Google mal wieder, dass die Jungs & Mädels in Mountain View echt fit sind. Gemeint damit ist die gestrige Vorstellung von Chrome OS. Im Grunde ist Chrome OS nichts anderes als ein Betriebssystem, dass zentrale Jobs, Anwendungen etc. über den Browser löst und darstellt. Die Daten werden dabei alle in der Cloud gespeichert, geladen und ausgeführt – das Chrome OS Notebook stellt es im Grunde nur noch dar..

Simpel und genial, denn weite Teile eines typischen Betriebssystems wie Windows werden heute gar nicht mehr benötigt – zumindest im täglichen Online-Leben und in der täglichen Kommunikation. Wie sieht denn euer typisches Arbeiten mit einem Notebook aus?!

1. Booten

2. Browser starten

3. Facebook/Gmail/Amazon etc. öffnen

Und wer hat sich dabei schon mal geärgert, dass Dateien nicht synchron sind!?! Die Musik ist auf dem falschen PC, der Browser-Verlauf passt nicht, das Reporting für den Kunden liegt auch auf einem anderen PC..  Trotz Weave, Dropbox und Co. geht es mir regelmäßig so… Und jetzt stellt euch mal vor, dass ihr euch egal wo ihr euch einloggt: Büro, Zuhause, Laptop, Handy etc. – ihr jederzeit alle Daten zur Verfügung habt, so wir ihr sie zuletzt gesehen habt. Ich finde es eine geniale Vorstellung.. Für mich würde damit die reine Anwendungszeit in den Vordergrund rücken und das Gerät an sich unwichtiger werden.

Damit sind wir beim Punkt Apps: Apps sind meiner Meinung nach ziemlich unnötig, denn gefühlt 95% aller täglichen Anwendungen lassen sich heute (und 100% in Zukunft) im Web bzw. in der Cloud lösen. Der Content-Lieferant liefert nur noch den Stream, z.B. Chrome OS übernimmt die Aufbereitung und das Gerät gibt es nur noch aus. Fertig!  Im Idealfall geschieht das nahtlos und synchron geräteunabhängig auf Handy, Laptop, Desktop PC und vermutlich auch bald mit dem Kühlschrank, Auto und wo sonst auch immer PCs drin stecken (werden). Technisch gelöst über moderne Weblösungen wie CSS/XHTML, HTML 5 – eben Standards, die geräte- und plattform unabhängig fungieren können. Eine Internetverbindung sollte natürlich auch nicht fehlen icon smile Chrome OS: Synchrone Daten, überall greifbar, einfach online?!

Wenn man sich so die deutschen Tech-Blogs so anschaut, dann habe ich das Gefühl, dass viele (meiner Meinung nach) noch nicht verstanden haben, in welche Kerbe Google mit Chrome OS einschlägt. Da wird z.B. geschmunzelt, dass die aktuellen Chrome OS Apps ja eigentlich nur Lesezeichen sind – aber hey, das ist es ja! Facebook.com, Amazon.com, Gmail.com, Spiegel.de, Kartensender.de und wie sie nicht alle heißen sind für sich genommen alles “Apps”, die in sich funktionieren – eine Betriebssystem müsste diese nur korrekt und nutzerabhängig aufbereiten können – dann bräuchte man keine App mehr um Facebook.com etc. auf iOS oder Android perfekt nutzen zu können.

Natürlich kann man über Datenschutz, sensible Daten in der Cloud und das alles auch noch über Google usw. trefflich diskutieren – aber man sollte vor allem nicht die Chancen und Möglichkeiten verkennen, die sich hier auftun.

Ich bin ehrlich gespannt ob Google viell. mit Chrome OS wieder einmal seiner Zeit voraus ist – letztendlich entscheidet die Akzeptanz der User ob das ein Erfolg wird oder nicht. Ich glaube aber auch daran, dass das Betriebssystem wie wir es heute kennen, so nicht mehr ewig existieren wird, sondern sich Web, Browser, PC, Handy, TV usw. immer weiter verschmelzen werden. Dafür bietet Chrome OS genau die richtigen Ansätze um das voran zu treiben – ganz ohne Apps, wie wir sie heute kennen.

Die Evolution geht eben weiter: Aus textbasierten (Betriebs)Systemen, die nur auf konkrete Eingaben reagierten, wurden Betriebssysteme, die wichtige Funktionen darstellten. Danach ergänzten Apps Betriebssysteme, die letztendlich nur geräteabhängig optimale Darstellungen bieten konnten. Chrome OS steht für mich nicht mehr nur für ein Betriebssystem, sondern für ein “Darstellungssystem”, dass letztendlich nur noch Informationen und Anwendungen aufbereitet und das auch noch geräte- nutzer- und viell. auch bald situationsabhängig!

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